Versorgung gängiger urologischer Notfälle weiterhin möglich
Der Betrieb der Urologischen Klinik am Klinikum Ansbach wurde zum 30. September eingestellt – Belegabteilung wird weiterhin angestrebt
Obwohl die Hauptabteilung Urologie ihren Betrieb zum 30. September eingestellt hat, ist am Klinikum Ansbach weiterhin die Versorgung bestimmter urologischer Notfälle möglich. Dies berichtete ANregiomed Vorstand Dr. Gerhard M. Sontheimer in der gestrigen Sitzung des ANregiomed-Verwaltungsrats. Patienten mit akutem Harnverhalt oder Harnwegsinfekten können auch zukünftig am Klinikum Ansbach behandelt werden. Auch der Wechsel von Blasenkathetern, zum Beispiel bei Verlust oder Verstopfung, kann im Notfall weiterhin erfolgen.
„Bei komplexeren urologischen Notfällen, wie zum Beispiel Nieren- oder Harnleiterkoliken, bei Verletzungen der Genitalien, Hodenschmerzen oder Blut im Urin sollte hingegen gleich eine Klinik mit urologischer Fachabteilung aufgesucht werden. Dies sind zum Beispiel die Kliniken Nürnberg oder Fürth, das Diak Klinikum Schwäbisch Hall oder die Unikliniken Erlangen und Würzburg“, erklärt Dr. Sontheimer. Patienten, die durch die Rettungsdienste versorgt werden, werden in diesen Fällen bereits seit einigen Wochen in spezialisierte Einrichtungen gebracht, weil die Fachabteilung Urologie in Ansbach aufgrund von Personalausfällen zuletzt nicht mehr an der Notfallversorgung teilnehmen konnte.
„Patienten, die sich mit urologischen Beschwerden selbst in der Zentralen Notaufnahme vorstellen, werden dort weiterhin eingeschätzt und ärztlich gesichtet“, versichert der ANregiomed-Vorstand. „Die notwendige Erstversorgung und Stabilisierung erfolgen in jedem Fall vor Ort. In den Fällen, die eine Fachabteilung Urologie erfordern, erfolgt schnellstmöglich die Verlegung in die nächstgelegene dafür geeignete Klinik.“
Die Zentrale Leitstelle (ZNA) und die einweisenden Ärzte wurden bereits frühzeitig über die Situation informiert. Um eine unterbrechungsfreie Weiterbehandlung zu gewährleisten, können Patientinnen und Patienten der Abteilung ihre Unterlagen per E-Mail an urologie.ans(at)anregiomed.de zur Abholung anfordern.
„Perspektivisches Ziel bleibt die Einrichtung einer urologischen Belegabteilung am Klinikum Ansbach“, teilt Verwaltungsratsvorsitzender Landrat Marco Meier mit. „Hier prüfen Vorstand und Klinikleitung gerade sämtliche Möglichkeiten, um geeignete Bewerber an Bord zu holen.“
Gleiches gelte für die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen am Klinikum Ansbach, für die ab Januar 2027 die Vorgaben aus der Gesundheitsreform des Bundes nicht mehr erfüllt werden. „Unternehmen und Träger setzen alles daran, um auch in Zukunft eine bedarfsgerechte Versorgung von Kindern und Jugendlichen am Klinikum Ansbach zu ermöglichen“, so Meier. „Dazu stehen wir beispielsweise in engem Austausch mit möglichen Kooperationspartnern, umliegenden Kinderkliniken, niedergelassenen Kinderärzten und dem Gesundheitsministerium.“