Schlaganfallhelfer besuchen Stroke Unit
Ehrenamtliche haben sich am Klinikum Ansbach über die Behandlung von Schlaganfallpatienten informiert
Ein Schlaganfall ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der es immer zu einem plötzlich auftretenden Ausfall von Gehirnfunktionen kommt. In der Regel treten die Symptome aufgrund einer Minderdurchblutung auf und äußern sich zum Beispiel durch halbseitige Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühl, einen herabhängenden Mundwinkel, Sprach- und Sprechstörungen, akute Sehstörungen, oder Schwindel. Ein relevanter Anteil der Betroffenen bleibt ein Leben lang beeinträchtigt und ist auf Hilfe angewiesen.
Hier setzt das Projekt der „Schlaganfallhelfer“ an, die in Stadt und Landkreis Ansbach ehrenamtlich Hilfe leisten. Die Gruppe unterstützt Patienten nach einem Schlaganfall, den Alltag besser zu bewältigen. Bei einem Besuch auf der Schlaganfalleinheit informierten sich 25 dieser freiwilligen Helferinnen und Helfer bei Chefärztin PD Dr. Julia Köhn und dem Team der „Stroke Unit“ über die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten des Schlaganfalls am Klinikum Ansbach.
Bei einer Führung lernten sie alle Stationen kennen, die ein Schlaganfallpatient von der Aufnahme über die Diagnosestellung bis hin zur weiteren Behandlung am Klinikum durchläuft. Der Weg führt vom Schockraum über die Computertomografie bis zur Aufnahme auf der spezialisierten Schlaganfalleinheit des Klinikums.
„In den 11 Behandlungsbetten unserer Stroke Unit werden jährlich etwa 1.000 Patientinnen und Patienten versorgt“, erklärte Julian Staab, Pflegerischer Leiter der Schlaganfalleinheit. Alle Patienten werden kontinuierlich überwacht, wichtige Vitalparameter werden aufgezeichnet und direkt zum Pflegestützpunkt übertragen. Treten Auffälligkeiten bei Blutdruck, Atmung oder Herzfrequenz auf, kann sofort reagiert werden. „Eine fachärztliche Behandlung ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr gewährleistet“, ergänzte Leitender Oberarzt Matthias Wagner.
Für die interessante Führung und das anschließende Angebot einer umfangreichen Fragestunde bedankte sich Dr. Udo Feldheim. Der niedergelassene Neurologe hat die Schlaganfallhelfer in Stadt und Landkreis Ansbach im Jahr 2016 als Präsident des Rotary Club Ansbach anlässlich des 50-jährigen Charterjubiläums gegründet. Mit dem Pilotprojekt sollte die Versorgung in der Region unmittelbar verbessert werden; langfristiges Ziel war es, eine flächendeckende Versorgung auch in anderen Städten, Gemeinden oder Bundesländern, aufzubauen. Was auch gelungen ist: „Über das Netzwerk der lokalen Rotary Clubs haben wir im Lauf der Jahre alle fränkischen Bezirke erreicht und darüber hinaus Pilotprojekte in Thüringen und zuletzt in Hessen etablieren können“, so Dr. Feldheim.
Das Konzept stammt von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sollen keine vorhandenen Strukturen und Therapeuten ersetzen. Grundgedanke des sozialen Projektes ist es vielmehr, Betroffene und ihre Angehörigen emotional zu begleiten und sie mit fachlichen Informationen zu versorgen. Die Ansbacher Gruppe zählt heute etwa 40 aktive Mitglieder, seit der Gründung im Jahr 2016 sind insgesamt 87 Helferinnen und Helfer ausgebildet worden. Aktiv mitgetragen und organisiert wird die Tätigkeit der Schlaganfallhelfer über den Ansbacher Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes.