Pflegeschüler managen eine Krankenstation
Praxisnahe Ausbildung an der Klinik Rothenburg
Es ist schon zu einer kleinen Tradition geworden: angehende Pflegefachkräfte der ANregiomed-Akademie übernehmen unter Aufsicht Verantwortung im laufenden Betrieb einer Station. Zum ersten Mal hat jetzt auch die Klinik Rothenburg als ANregiomed-Ausbildungsstandort an diesem Programm teilgenommen.
Über vier Tage hinweg leiteten neun Auszubildende aus dem dritten Lehrjahr die Station E-3, die insgesamt 34 Patienten aufnehmen kann. „Es ist eine hervorragende Vorbereitung auf den realen Berufsalltag“, sagt Praxisanleiterin Patricia Rank, die mit ihrer Akademie-Kollegin Olga Nalivkin die Azubis betreute. „Denn schon im April 2026 wird dieser Jahrgang examiniert und anschließend in den Pflegeberuf einsteigen.“
Blutzucker und Blutdruck messen, Körperpflege, Tabletten herrichten, Neuzugänge koordinieren - die Aufgabenstellung und deren Quantität forderten die Pflegeschüler heraus. „Wir haben über die vier Tage hinweg eine deutliche Lernkurve erkennen können“, sagt Praxisanleiterin Olga Nalivkin. „In der ersten Schicht lief es noch etwas unkoordiniert, aber am Ende entwickelte sich eine echte Planungssicherheit.“
Vor allem die Vielschichtigkeit des Berufs lässt sich in einem Klassenzimmer kaum vermitteln. „Im Alltag ist man nicht nur beim Patienten, sondern muss im Hintergrund viel koordinieren und telefonieren. Das war natürlich ein neuer Aspekt für die Pflegeschüler“, sagt Stationsleitung Susanne Schulze.
Auf den Visiten begleiteten die Pflegeschüler den jeweiligen diensthabenden Assistenzarzt. An diesem Vormittag ist es Jens Steinbrenner, der vor seinem Medizinstudium selber als Pflegekraft arbeitete. Er stellt den Schülern gezielt Fragen, hilft aber auch bei den Antworten. „Egal ob in der Pflege oder Medizin: Es prallen am Anfang immer viele Informationen auf den Einzelnen ein, die man erstmal verarbeiten muss. Je öfter man es erlebt, desto besser klappt es später im Beruf.“