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Neuer Verwaltungsrat nimmt Arbeit auf

Lösungen zur Sicherstellung der kinderärztlichen und urologischen Versorgung am Klinikum Ansbach wurden ausführlich diskutiert

Ansbach
Die Mitglieder des zum Teil neubesetzten ANregiomed-Verwaltungsrats trafen sich zur konstituierenden Sitzung im Landratsamt Ansbach (v. l. n. r.): Wolfgang Nabers, Frank Reisner, Michaela Ebner, Vorsitzender Landrat Marco Meier, stv. Vorsitzender Oberbürgermeister Thomas Deffner, Kathrin Pollack, Gerhard Sauerhammer, Stefan Horn-dasch und Harald Domscheit. Nicht im Bild: Dr. Christoph Hammer, Oliver Rühl und Dr. Hermann Schröter. Foto: Landratsamt Ansbach / Fabian Hähnlein

Die Mitglieder des neuen ANregiomed-Verwaltungsrats haben sich in ihrer konstituierenden Sitzung für einen Erhalt einer kinderärztlichen und einer urologischen Versorgung am Klinikum Ansbach ausgesprochen. Auch wenn die Rahmenbedingungen äußerst schwierig sind, soll für beide Fachgebiete nach Möglichkeit die Einrichtung von Belegabteilungen angestrebt werden. ANregiomed-Vorstand Dr. Gerhard M. Sontheimer stellte dazu mögliche Vorgehensweisen vor.

Nachdem Diakoneo den Vertrag zum Betrieb der Kinderstation Wald am Klinikum Ansbach zum Jahresende gekündigt hat, wurden seit Bekanntgabe der Übernahme der Cnopfschen Kinderklinik durch das Klinikum Nürnberg zahlreiche Gespräche geführt. Hier kommen alle Beteiligten übereinstimmend zur selben Schlussfolgerung: Die Strukturanforderungen für eine Außenstelle sind so hoch, dass ein Weiterbetrieb in jetziger Form unter den Vorgaben der Krankenhausreform als nicht umsetzbar beurteilt wird.

Auch mit einer Ausnahmegenehmigung wäre eine Fortführung des jetzigen Konzeptes nicht machbar. „Die einzig realistische Perspektive für den Erhalt einer stationären Versorgung für Kinder mit internistischen Erkrankungen könnte die Etablierung einer pädiatrischen Belegabteilung durch niedergelassene Kinderärzte bieten“, erklärt Dr. Sontheimer. Dazu müsste zunächst eine öffentliche Ausschreibung für die Belegabteilung erfolgen. Wenn aus dem lokalen Planungsbereich, der die Stadt Ansbach sowie die Landkreise Ansbach, Neustadt a. d. Aisch/Bad Windsheim und Weißenburg/Gunzenhausen einschließt, keine Bewerbungen eingehen, könnte auch mit Interessenten außerhalb des Planungsbereichs verhandelt werden.

Sollte die Gründung einer Belegabteilung tatsächlich erfolgreich sein, wäre dadurch jedoch nicht automatisch der Erhalt des „perinatalen Schwerpunkts“ der Geburtshilfe gesichert. Zur Versorgung von Frühgeburten ab der 32. Schwangerschaftswoche müsste nämlich rund um die Uhr die Präsenz eines Arztes mit entsprechender Spezialisierung innerhalb von 10 Minuten im Kreissaal oder OP sichergestellt sein. Für Belegärzte würde dies eine zusätzliche Hürde bedeuten. Die Versorgung von Unfällen und chirurgisch zu behandelnden Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen hingegen ist unabhängig der Kinderstation auch zukünftig am Klinikum Ansbach möglich.

Unabhängig von den Bemühungen um die Gründung einer eigenen Kinderabteilung am Klinikum Ansbach werden Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) und den niedergelassenen Kinderärzten geführt mit dem Ziel, eine pädiatrische Bereitschaftspraxis oder einen pädiatrischen Konsildienst am Klinikum Ansbach einzurichten. Landrat Marco Meier und Oberbürgermeister Thomas Deffner unterstützen den Vorstoß mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. „Wir werden nichts unversucht lassen, am Klinikum Ansbach im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin auch weiterhin eine medizinische Grundversorgung anzubieten“, so der Verwaltungsratsvorsitzende und sein Stellvertreter.

Dieses Vorgehen wurde auch von den anderen Gremiumsmitgliedern bestätigt: Der Vorstand wurde beauftragt, alle erforderlichen Schritte einzuleiten, um – sofern die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden können – eine pädiatrische Belegabteilung zu etablieren sowie weitere Kooperationsmöglichkeiten, wie eine telemedizinische Anbindung an geeignete Kliniken, die Etablierung einer kinderärztlichen Bereitschaftspraxis und weitere Kooperationsmodelle mit anderen Kliniken zu prüfen und nach Möglichkeit umzusetzen.

Urologie als Belegabteilung

Weiterhin soll die Möglichkeit der Einrichtung einer urologischen Belegabteilung am Klinikum Ansbach durch eine öffentliche Ausschreibung geprüft werden. Durch die hohen Anforderungen der Krankenhausreform ist der fortgesetzte Betrieb der Hauptabteilung nicht länger möglich. Deshalb wurde die für einen langfristigen Betrieb erforderliche Leistungsgruppe auch nicht beantragt. Sollte es gelingen, geeignete Belegärzte zu gewinnen, könnte der Aufbau einer Belegabteilung die Chance bieten, eine stationäre Versorgung urologischer Patienten zumindest in einem begrenzten Umfang zu erhalten – neben der bereits bestehenden Belegabteilung in Rothenburg. Auch hier muss zunächst eine öffentliche Ausschreibung für eine Belegabteilung erfolgen. Gehen keine Bewerbungen aus dem Planungsbezirk ein, könnten anschließend auch Fachärzte berücksichtigt werden, deren Praxis außerhalb Westmittelfrankens angesiedelt ist.